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Erholungshaus Leverkusen„Die Udo Jürgens Story“ bleibt an der Oberfläche des Entertainers

2 min
Künstler der „Udo Jürgens Story“ auf einer Bühne

„Die Udo Jürgens Story“ – eine kleine musikalische Hommage mit Gabriela Benesch und Alex Parker und Regie: Erich Furrer.

Ein Flügel, bekannte Melodien, viele Erinnerungen – und doch bleibt am Ende eine spürbare Distanz. „Die Udo Jürgens Story“ gastiert am Freitagabend im Erholungshaus.

Gabriela Benesch führt als Erzählerin durch den Abend. Sie spricht aus der Ich-Perspektive von Udo Jürgens, mit Wiener Färbung, klarer Artikulation und professioneller Ruhe. Handwerklich ist das sicher, stellenweise eindringlich. Welche Texte hier genau gelesen werden, bleibt offen. Laut Auskunft der Schauspielerin handelt es sich um eine von ihr zusammengestellte Collage aus verschiedenen Schriften und Aufzeichnungen.

Viele Passagen wie „Jürgens liebt Musik“ wirken dabei auffallend allgemein, beschreiben Kunst, Musik und Leidenschaft in vertrauten Formeln, ohne neue Facetten freizulegen. Erst später wird es etwas konkreter – doch auch dann bleibt der Erkenntnisgewinn überschaubar, einzelne Anekdoten eher behauptet als historisch eingeordnet.

Erholungshaus: Musik als tragendes Element

Das musikalische Zentrum des Abends bildet Alex Parker, der durchgehend selbst am Flügel sitzt. Sein Spiel ist präzise, stilkundig und hörbar am Original orientiert. In den ruhigeren Momenten – wenn Übergänge ausgelotet und Motive entwickelt werden – öffnet sich der Abend tatsächlich. Hier wird erfahrbar, wie sich Klangsprache und musikalische Handschrift von Udo Jürgens formen. Diese Passagen gehören zu den stärksten des Abends.

Gleichzeitig bleibt der musikalische Zugriff kontrolliert und konventionell. Teile der Begleitung kommen vom Band, was den konzertanten Charakter weiter verstärkt. Gesanglich bewegt sich Parker souverän durch das bekannte Repertoire, von „Was ich dir sagen will“ bis „Mit 66 Jahren“. Auch Lieder, deren Worte im Heute nichts mehr verloren haben, werden gesungen. Die Musik trägt den Abend, sie vertieft ihn jedoch nur selten.

Zwischen Anspruch und Ausführung in Leverkusen

Szenisch bleibt die Produktion auffallend schlicht. Ein Bühnenbild existiert nicht, der schwarze Vorhang dominiert. Vier einsame Moving Heads setzen wechselnde Projektionen auf den Vorhang, zwei hoch platzierte Audience Blinder genannte Scheinwerfer blitzen gelegentlich in den Saal. Eine visuelle Dramaturgie entwickelt sich daraus nicht. Der Raum bleibt ungenutzt, die Bühne statisch.

Insgesamt dauert der Freitagabend etwa zwei Stunden. Der Saal ist voll, das Publikum überwiegend älter, reagiert freundlich, vereinzelt mit leicht mittanzenden Handgelenken. Spätestens beim Blick auf den Eintrittspreis – Tickets kosten 42,40 Euro und aufwärts – stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Versprechen und Produktion. Der gebotene szenische und inhaltliche Aufwand bleibt überschaubar. „Die Udo Jürgens Story“ verlässt sich auf Bekanntheit und Erinnerung – und verzichtet weitgehend auf künstlerisches Risiko. Was bleibt, ist eine routinierte sentimentale Hommage, professionell und mit Leidenschaft vorgetragen, aber erstaunlich mutlos und sparsam in ihrer Annäherung.