Der Bau einer neuen Kläranlage in Bürrig soll noch in diesem Jahr beginnen.
Kläranlage und OuluseeWupperverband plant 2026 zwei große Projekte in Leverkusen

Der erste Bauabschnitt für die neue Kläranlage in Leverkusen soll im Jahr 2026 beginnen, hofft der Wupperverband.
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Der Wupperverband hat zum Jahresauftakt seine Vorhaben für 2026 vorgestellt. Das größte Projekt: der Bau einer neuen Kläranlage in Leverkusen. „Für den Neubau einer vollständigen, innovativen Kläranlage am Standort Leverkusen soll ein erster Bauabschnitt, vorbehaltlich rascher Genehmigung, noch in diesem Jahr starten“, heißt es im Jahresbericht des Verbandes.
Hintergrund ist, dass 2032 die Zusammenarbeit mit dem Chempark-Betreiber Currenta für das aktuelle Gemeinschaftsklärwerk beendet sein soll. Der Wupperverband plant eine komplett neue Anlage, in der unter anderem eine vierte Reinigungsstufe für die Abwässer aus Leverkusen, Leichlingen, Burscheid, Teilen Solingens und Bergisch Gladbachs unterkommen soll. Also wie bisher. Mit dem Unterschied, dass künftig keine hoch belasteten Abwässer aus dem Chempark bearbeitet werden. Das wird dann alleinige Aufgabe von Currenta, dem Betreiber des Entsorgungszentrums.
Die Kosten für das Projekt in Bürrig sind nicht beziffert, insgesamt will der Wupperverband bis 2032 rund 600 Millionen Euro investieren: in elf Kläranlagen, eine Schlammverbrennungsanlage sowie Abwassersammler und Regenbecken.

Der Oulusee ist eines von Leverkusens beliebtesten Naherholungsgebieten. Dort muss der Wupperverband ein neues Rückhaltebecken bauen.
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„Wir investieren in unsere Infrastruktur und stellen uns den aktuellen Herausforderungen von Klimafolgenanpassung über Energiemanagement, demografischer Entwicklung und Fachkräftegewinnung bis hin zu Cybersicherheit“, sagt Vorstand Ingo Noppen. Die Vision sei, „ein lebendiges und natürliches Wuppergebiet für die Zukunft von Wasser, Mensch und Umwelt zu gestalten.“
Effizienter Hochwasserschutz
Ein weiteres Leverkusener Projekt auf der Liste ist der Ophovener Weiher, in Leverkusen besser als Oulusee bekannt. Dieser war beim Starkregen im Juli 2021 übergelaufen und hatte damit maßgeblich zur Überschwemmung der Schlebuscher Innenstadt beigetragen.
Für einen optimalen Hochwasserschutz hatte der Wupperverband vorgeschlagen, wahlweise den Wasserspiegel deutlich abzusenken oder einen hohen Deich zu bauen. Das Regenrückhaltebecken sei nicht mehr voll funktionstüchtig. Dagegen hatte sich die Politik gewehrt: Das Vorhaben würde die Qualität des Naherholungsgebietes massiv beeinträchtigen. Nun kündigt der Wupperverband an, im Frühjahr eine „Entwurfsplanung für das Hochwasserrückhaltebecken Ophovener Weiher vorzulegen, die dann Grundlage für den Entscheidungsprozess in der Kommune ist“.
Bessere Digitalisierung
Außerdem treibt der Wupperverband seine Digitalisierung voran: Die Trinkwassertalsperren – Große Dhünn-, Kerspe- und Herbringhauser Talsperre – seien bereits über das modernisierte Prozessleitsystem angebunden. An den Kläranlagen sei dies in Odenthal finalisiert, anschließend wurde die Umsetzung auf der Kläranlage Burg begonnen.
Größere Arbeiten stehen auch an der Bever-Talsperre an, der zweitgrößten Brauchwassertalsperre des Verbands. Zum einen wird ab Sommer die Entwässerung an der Luftseite des Staudamms optimiert, zum anderen das bereits abgerissene alte Betriebsgebäude durch ein neues ersetzt.
Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit dem Ziel, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt.
Der Verband betreibt 14 Talsperren, elf Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen wie Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2000 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.
