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HandballBayer Leverkusen verzweifelt an Rostocks Torhüterin

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09.11.2025, Handball-Bayer 04 Leverkusen-Buchholz

links: Annika Ingenpaß (Bayer)

Foto: Uli Herhaus

Annika Ingenpaß (beim Wurf) verpasste mit Bayer Leverkusen den Sprung aus der Abstiegszone. 

Zweitliga-Team muss im Abstiegskampf eine schmerzhafte 29:30-Niederlage hinnehmen.

Die Vorzeichen waren klar. Bayer Leverkusen hätte einen Sieg gegen den Rostocker HC gebraucht, um die Abstiegszone verlassen zu können, doch die Hansestädterinnen entführten mit 30:29 (14:15) die Punkte aus der Ostermann-Arena. Damit machte der Aufsteiger aus Mecklenburg-Vorpommern einen großen Schritt im Abstiegskampf der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen.

Der war übrigens von Minute eins an auch spürbar in der Ostermann-Arena. Nicht nur war jeder Ball heiß umkämpft, auch unterliefen beiden Mannschaften sehr viele Fehler. Wenn doch mal ein Spielzug zum aussichtsreichen Abschluss führte, zeigten oftmals auf beiden Seiten die Torhüterinnen gute Paraden.

Bayer Leverkusen geht mit einer Führung in die Halbzeit

Zwar ging Leverkusen immer wieder in Front, doch meist hatte Rostock die Antwort parat und traf ebenfalls. Nur kurzzeitig gelang es dem TSV Bayer 04, sich eine Zweitore-Führung herauszuarbeiten (8:6/19. und 9:7/21.), danach glichen die Gäste immer wieder aus. Auch einen Doppelschlag von Dana Gruner – ein Siebenmeter zum 13:12 (26.) und ein mit einer Finte vollendeter Konter (27.) – egalisierte der Aufsteiger (29.), bevor Bayer zumindest mit einer 15:14-Führung in die Kabinen gehen konnte.

Bayers Interimstrainerin Sybille Gruner hatte glücklicherweise Schlussfrau Merle Muth und auch Abwehrspielerin Henriette Clauberg zurück im Aufgebot begrüßen dürfen, die unter der Woche noch fraglich waren. Das erweiterte die Optionen – zwischen den Pfosten, und Gruner konnte Clauberg im Innenblock aufbieten und somit die Einsatzzeiten von Denise Mol und Annika Ingenpaß besser dosieren.

Kurz nach dem Seitenwechsel schien das zum erwünschten Ergebnis zu führen, denn Bayer gelang nicht nur ein Zweitore-Vorsprung, sondern das Team baute diesen sogar auf drei Treffer aus, als Britta van der Baan zum 19:16 traf (37.). In der Folge kam es zu einer unglücklichen Verkettung von Fehlwürfen der Leverkusenerinnen und starken Paraden der Rostocker Torhüterin Lena Clasen. Die 24-Jährige verhinderte nicht nur, dass die Gastgeberinnen den Abstand ausbauen konnten, sondern ermöglichte ihrem eigenen Team überhaupt erst, mit schnellen Gegenangriffen die Begegnung zu drehen. Mit einer 6:0-Serie stellte der Aufsteiger dank der Schlussfrau von 18:21 (42.) auf 24:21 (49.).

Wir verwerfen zwei Siebenmeter und vier, fünf oder sogar sechs freie Würfe – das dürfen wir uns in unserer Situation nicht leisten
Sybille Gruner, Trainerin von Bayer Leverkusen

Insgesamt zeigte Clasen sieben Paraden und eine Quote von fast 37 Prozent gehaltener Bälle in ihren rund 24 Spielminuten. Leverkusen gelang es zwar, wieder den Anschluss herzustellen, unterlag aber 29:30.

„Ich ärgere mich sehr“, sagte Annika Ingenpaß. Bayers spielende Sportliche Leiterin monierte, es habe an den Basics gehapert: „Wir waren taktisch gut vorbereitet und die Abwehr haben wir über weite Strecken gut gestellt, aber es sind wieder die freien Würfe und die technischen Fehler.“ Ihre Trainerin Sybille Gruner stellte fest: „Wir verwerfen zwei Siebenmeter und vier, fünf oder sogar sechs freie Würfe – das dürfen wir uns in unserer Situation nicht leisten.“