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InnenstadtDer legendäre Abfalleimer „Toluca“ hat in Leverkusen schon ausgedient

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Einer der letzten Abfalleimer, Modell Toluca in der Pfarrer-Schmitz-Straße. Bild: Ralf Krieger

Einer der letzten Abfalleimer des stadtbekannten Modells Toluca steht in der Pfarrer-Schmitz-Straße. Die Anschaffung war 2015 zum Problem für Oberbürgermeister geworden, jetzt werden sie schon ausgemustert.

Nach nur gut zehn Jahren wird das Modell ausgetauscht.

In Leverkusen hat der Mülleimername „Toluca“ eine wichtige Bedeutung. Als der ehemalige Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn 2015 quasi im Alleingang entschieden hatte, diese teuren Abfalleimer für die Wiesdorfer Innenstadt anzuschaffen, stolperte er darüber im Wahlkampf und verlor schließlich auch deswegen sein Amt.

Denn überall sparte der Oberbürgermeister eisern, aber für Mülleimer warf er mit dem Geld nur so um sich, so blieb das zumindest beim Wahlvolk hängen. Der Bund der Steuerzahler kritisierte die Kosten in Höhe von 1258 Euro Stückpreis in seinem Schwarzbuch und ein Spottlied, das ein kleiner Hit in der Stadt wurde, setzte der Sache die Krone auf.

Abfalleimer Modell Winsen 90, Kölner Straße Bild: Ralf Krieger

Der Nachfolger heißt „Winsen 90“. Dieser hier steht auf der Kölner Straße.

Die Bezirksvertretung I beschäftigte sich jetzt erneut mit der Mülleimerfrage, denn schon jetzt, nach nur gut zehn Jahren, sollen in der Wiesdorfer Innenstadt die letzten Toluca-Mülleimer ersetzt werden. Der Nachfolger sieht ähnlich aus, soll aber viel solider sein: Der „Abfallbehälter Winsen 90“ ist das Modell der Wahl. In der Schlebuscher und Opladener Innenstadt stehen die zylindrischen Stahlbehälter in unauffälligem Anthrazit-Grau mit gerundeten seitlichen Einwurföffnungen schon länger. Der Behälter ist oben geschlossen; er hat ein kleines Loch für Zigaretten im Deckel für Raucher.

Leverkusen: neue Abfallbehälter für die Innenstadt in Wiesdorf

Das ebenso formschöne Modell Winsen habe sich inzwischen bewährt, im Gegensatz zum Toluca, der schon nach zehn Jahren abgängig sei, erläuterte Thomas Eberhard von den TBL (Technische Betriebe Leverkusen). Der berühmte Toluca sei nicht nur teuer gewesen, auch die Qualität sei schlecht: Der sei nicht nur empfindlich und reparaturanfällig gewesen, das Metall sei zu dünn. Toluca sei fehlkonstruiert, sagte Eberhard. Von den ehemals 27 aufgestellten Toluca habe man inzwischen zehn abgebaut, die nächsten zehn würden bald entfernt. Das einfache Vorgängermodell hatte eine wesentlich längere Lebensdauer.

Die Behälter in der City leere die TBL täglich, deshalb sei die Größe von 90 Litern ausreichend. Den Wunsch aus der CDU, die TBL soll drei neue City-Abfallbehälter zur Auswahl geben soll, konnte Eberhard abbiegen: Winsen sei eine gute Wahl, darauf könne sich die Politik verlassen. Die Mitglieder in der Bezirksvertretung vertrauten der Einschätzung des Fachmanns und stimmte dem Vorhaben zu. Damit ist die Toluca-Affäre bald endgültig beendet.