Das Team von Trainerin Sybille Gruner bereitet sich intensiv auf das Zweitliga-Duell vor.
HandballBayer Leverkusen stellt vor Duell mit Werder Bremen alles auf den Prüfstand

Lea Flohr (am Ball) macht nach einer Knieoperation Fortschritte in der Reha.
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Die Enttäuschung stand Annika Ingenpaß ins Gesicht geschrieben. „So kann man keine Spiele gewinnen“, hatte sie nach der knappen 29:30-Niederlage im Heimspiel gegen Rostock gesagt. Dabei bezog sich Bayers Sportliche Leiterin auf die erneut durch eigenes Zutun hergeschenkten Punkte.
Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Rostocks Torhüterin Lena Clasen einen Sahnetag erwischte und Bayer das Leben schwer machte. Dennoch ließ sich festhalten, dass der TSV viel zu viele Chancen ungenutzt gelassen hatte und die guten Ansätze erneut nicht in Zählbares ummünzen konnte. „Das schüttelt man nicht einfach so ab und geht zur Tagesordnung über“, sagt deshalb auch TSV-Trainerin Sybille Gruner.
Wir gucken, was geht, trainieren und reden viel, um das Ruder herumzureißen
Und so habe alles noch einmal auf dem Prüfstand gestanden in dieser Woche: „Wir wissen, dass wir alles überprüfen und Änderungen vornehmen müssen. Wir gucken, was geht, trainieren und reden viel, um das Ruder herumzureißen.“
Eine der Stellschrauben, auf denen ein Schwerpunkt in dieser intensiven Leverkusener Trainingswoche lag, ist das Zusammenspiel zwischen Torhüterinnen und Abwehr. Das habe sich generell schon stark verbessert, seit mit Joakim Halbach noch ein erfahrener Torwart-Trainer zum Team gestoßen ist, lobt Gruner.
Nun steht der Hinrundenabschluss für die Leverkusener Handballerinnen in der Zweiten Bundesliga an, und dafür geht es für die Werkselfen an die Weser. Beim SV Werder Bremen, der seit dem Aufstieg in der Saison 2015/2016 ununterbrochen in der Zweiten Bundesliga spielt, möchten die Leverkusenerinnen am Samstag (18.30 Uhr) endlich wieder punkten.
Dass nicht alles schlecht war bei Bayer in dieser Saison, weiß auch Werder-Cheftrainerin Renee Verschuren: „Es wird keine leichte Aufgabe. Dass Leverkusen derzeit Vorletzter ist, täuscht über die wahre Leistungsstärke des Teams hinweg.“ Die möchten die Elfen abrufen, doch Gruner weiß um die Stärken der Bremerinnen: „Werder hat einen sehr starken Rückraum, ist individuell stark, aber auch in der Quantität gut aufgestellt. Diese Mannschaft gibt 60 Minuten Vollgas – da müssen wir im Angriff geduldig spielen, idealerweise zu Toren kommen oder so werfen, dass der Gegner nicht zum Gegenstoß ansetzen kann, um die erste Welle zu vermeiden.“
Lea Flohr hofft auf Comeback bei Bayer Leverkusen im Februar
Gruner kann weitestgehend aus dem Vollen schöpfen, Hannah Wirth fährt jedoch nicht mit in den Norden Deutschlands. Sie hat sich unglücklich im Spiel gegen Rostock einen Bruch im Lendenwirbelbereich zugezogen und wird mehrere Wochen ausfallen. Weiterhin nicht mit dabei ist Lea Flohr, doch es gibt frohe Kunde, was den Heilungsverlauf nach ihrer Knie-OP anbelangt. Dieser sei sehr gut und es gebe Hoffnung, dass die Rückraumspielerin Ende Februar wieder aufs Handballfeld zurückkehren kann, meint Gruner. Dann wäre sie nach mehr als drei Monaten Ausfallzeit eine Art interner Neuzugang; und ein treffsicherer: Mit 44 Toren ist sie immer noch Bayers viertbeste Schützin.
